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Frühstück bestellen Hannover

 

Das Märchen vom wertvollen Frühstück #2

Nährstofflücke oder Frühstückslüge?

Angeblich beweisen unzählige Studien der vergangenen Jahre, dass das Frühstück die unverzichtbarste Mahlzeit ist. Wer frühstückt, sei fitter, schlauer und habe bessere Chancen, schlank zu bleiben, heißt es. Wer das Frühstück auslasse, gehe ein erhöhtes gesundheitliches Risiko ein, warnt etwa die Kieler Ökotrophologin Maria-E. Herrmann. Die Nährstofflücke sei mit anderen Mahlzeiten im Lauf des Tages kaum aufzuholen.

Der Nestlé-Konzern verweist auf eine Untersuchung des australischen Privatdozenten Peter Williams. Danach würden ballaststoffreiche Cerealien die Darmtätigkeit um 25 Prozent anregen und außerdem das Risiko senken, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen. Freilich ist offen, wie unbeeinflusst das Ergebnis ist. Autor Williams war bis 2013 Mitglied eines wissenschaftlichen Beraternetzwerks für Nestlé in Australien. Eine Serie von amerikanischen Studien wiederum befasst sich mit angeblichen Zusammenhängen zwischen Fettleibigkeit und dem Auslassen des Frühstücks.

Wie sich herausstellt, sind derartige Behauptungen schon sehr gewagt. Viele Analysen halten einer genaueren wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Gesundheitsforscher der amerikanischen Adipositas-Gesellschaft und des US-Ernährungsministeriums haben sich etliche dieser Untersuchungen vorgenommen.

Ihre Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift “American Journal of Clinical Nutrition”, können den Herstellern nicht gefallen. So seien Zusammenhänge ohne wissenschaftliche Belege konstruiert worden. Zitate würden irreführend verwendet, und die Auslegung der eigenen Ergebnisse zeuge oft von vorgefassten Meinungen. “Der Glaube an einen Zusammenhang zwischen Frühstück und Fettleibigkeit ist stärker als die wissenschaftlichen Nachweise”, lautet die lapidare Schlussfolgerung der Wissenschaftler.

Viele Studien sind von wirtschaftlichen Interessen geprägt

Eine mögliche Erklärung für den Frühstücksfundamentalismus, auch unter Forschern, ergibt sich, wenn man sich genauer ansieht, wer welche Studien finanziert hat.

So befasst sich eine der am häufigsten zitierten Arbeiten mit der Frage, ob der Verzicht aufs Frühstück beim Abnehmen hilft. Auf keinen Fall, behaupten die Autoren: Ihre Analyse liefere den “Nachweis, dass das Weglassen des Frühstücks keine effiziente Methode zur Gewichtsregulierung ist”. Den günstigsten Körpermasseindex weisen danach Personen auf, die morgens Cerealien essen. Finanziert hat die Studie: der Cerealien-Hersteller Kellogg’s. Oder, ein anderes Beispiel, eine andere Studie. Deren Ergebnis: Ohne Frühstück lasse sich zwar leichter abnehmen, allerdings steige dafür der Cholesterinspiegel in unerwünschte Höhen. Diesmal trug die Firma Quaker Oats zur Finanzierung bei – und “mit hilfreichen Kommentaren” auch gleich zum Manuskript, wie dort freimütig vermerkt ist. Interessant ist das auch deshalb, weil Quaker Oats, eine Tochterfirma des Snack- und Limo-Herstellers Pepsico, einer der bedeutendsten Hersteller von Frühstücksflocken ist.

Inzwischen ist allerdings auch die Industrie selbst vorsichtiger geworden, zumindest, wenn sie nicht gerade Werbefilme dreht. Die bisher umfangreichste Untersuchung zum Thema Frühstück und Gesundheit ist finanziert von zwei Dutzend Nahrungsmittelkonzernen, darunter Kraft, Kellogg’s, McDonald’s, Dunkin’ Donuts. Fazit: “Im Gegensatz zu weithin vertretenen Auffassungen gibt es keinen wahrnehmbaren Effekt auf Erwachsene, die ihr Gewicht zu reduzieren versuchen.”

 

Zum erstenTeil : http://www.diefrühstückszwerge.de/blog/

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article156456525/Das-Maerchen-vom-wertvollen-Fruehstueck.html

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