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Frühstücken scheint…

Viele Menschen essen morgens tagein, tagaus das Gleiche, und laut einer Studie von ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft) und CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) verlassen 30 Prozent der Deutschen das Haus sogar, ohne etwas gegessen und getrunken zu haben.

1. Nicht nüchtern aus dem Haus

“Frühstücken scheint nicht mehr im Trend zu liegen”, bewertet Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, dieses Ergebnis. “Dabei gilt grundsätzlich für Erwachsene und ganz besonders für Kinder: Mit leerem Magen sollte man den Tag nicht beginnen.” Nach acht bis zwölf Stunden Schlaf sind die Energie- und Nährstoffreserven des Körpers über Nacht auch ohne körperliche Anstrengung aufgebraucht. “Der Körper hat gefastet, und ohne aufgefüllte Energiedepots sind die Anforderungen des Tages nicht zu schaffen – sei es Konzentration in der Schule oder Leistungsfähigkeit im Job”, sagt Antje Gahl.

2. Heißhungerattacken vermeiden

Wer morgens gar nichts isst, leidet im Laufe des Vormittags unter Heißhungerattacken, die oft mit Zucker- oder Kalorienbomben bekämpft werden. “Aber das sind wiederum Einfachzucker, die schnell ins Blut gehen, aber nicht lange vorhalten. So hat man nach ein bis zwei Stunden schon wieder Hunger – und isst im Tagesverlauf mehr.” Das belegt auch eine amerikanische Langzeitstudie: Danach scheint regelmäßiges Frühstück vor Übergewicht zu schützen und eine Gewichtsabnahme zu erleichtern. Einen eher negativen Effekt muss auch derjenige feststellen, der morgens bei einer Kaffeekette zu “White Café Mocha” mit Sirup und Muffin greift oder Weißbrot mit Nuss-Nougat-Creme frühstückt. Beides sättigt nicht lang.

3. Auf Vollkorn setzen

Ernährungswissenschaftler empfehlen, morgens in jedem Fall Vollkorn-Produkte zu essen, egal ob Brot, Brötchen oder Toast. “Die Kohlenhydrat-Verbindungen sind bei Vollkorn komplexer, der Zucker kommt nicht sofort komplett ins Blut, die Energie wird nach und nach freigesetzt”, erklärt Antje Gahl. “So sättigen Vollkornbrote länger.” Und dann ist auch gegen einen Marmeladen-Aufstrich nichts einzuwenden.

Einen guten Anfang macht man mit Getreideflocken. Diese liefern viele B-Vitamine, zusammen mit Jogurt oder Milch ist außerdem für die Kalzium-Zufuhr gesorgt. Auch frisches Obst oder Fruchtsäfte können zum Müsli kombiniert werden. Allerdings: In Knusper-Müslis verbergen sich oft große Mengen Einfach-Zucker. Auf die Zutatenliste achten!

4. Eine Viertelstunde Zeit nehmen

Da viele Menschen allein frühstücken und diese Zeit nicht einsam am Tisch verbringen wollen, findet die erste Mahlzeit des Tages oft im Stehen oder im Auto statt. Nicht optimal, so die Ernährungswissenschaftlerin: “Eigentlich sollte man sich 15 bis 20 Minuten Zeit nehmen. Denn dann setzt erst das Sättigungsgefühl ein.” Wer morgens rein gar nichts herunter bekommt, sollte wenigstens einen Jogurt essen, ein Glas Milch oder Kakao trinken. Denn Milch liefert viele wichtige Nähr- und Mineralstoffe, außerdem sorgt der Milchzucker für einen lang anhaltenden Energieschub.

Dass dem Frühstück wenig Bedeutung und Sorgfalt beigemessen wird, hat für Antje Gahl mehrere Gründe: “Es liegt am Zeitmangel, an der Gewohnheit und an der Bequemlichkeit. Denn für ein morgentlich wechselndes Frühstück muss man eine Menge einkaufen.” Ältere Menschen mit mehr Zeit frühstücken laut der ZMP/CMA-Studie übrigens deutlich ausgiebiger: 95 Prozent der über 65-Jährigen sitzen am Morgen an einem reichhaltig gedeckten Tisch.

5. Auf Tagesbilanz achten

Andere Länder, andere Frühstücks-Sitten: Während die Franzosen ein Croissant in den Café au Lait tunken, gibt’s bei Amerikanern und Briten Würstchen, Eier, Speck und Rösti. “Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist das zu viel Fett. Es sei denn – und da hat diese Art zu frühstücken ihren Ursprung – man muss schwer körperlich arbeiten”, sagt Antje Gahl. “Wer aber im Büro sitzt, kann diese Kalorien ja gar nicht verbrennen.” Eine warme Suppe wie in Japan oder China üblich ist morgens durchaus in Ordnung – für den, der’s mag. “Generell gilt: Über den Tag gesehen zählt die Gesamt-Bilanz an Energie und Kalorien. Wer morgens sehr fett gegessen hat, kann das durch ein leichtes Mittagessen wieder ausgleichen.”
Quelle: RP